19.08.2016

MdB Alexander Hoffmann im Gespräch mit Caritas-Geschäftsführerin Gabriele Kimmel

Lohr – Main-Spessart: Für einem ausführlichen Gedankenaustausch stattete MdB Alexander Hoffmann der Geschäftsführerin des Kreis-Caritas-Verbandes Main-Spessart, Frau Gabriele Kimmel, einen Besuch in ihrer Geschäftsstelle in Lohr ab. Neben dem weitreichenden Tätigkeitsfeld der Caritas drehte sich das Gespräch auch um Themen wie Altersarmut, natürlich die Unterbringung und Versorgung der Asylbewerber, vor allem der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Daneben wurde von Frau Kimmel auch das Projekt „Jeder hat seine Stärken“, das die Caritas mit Lions- und Rotary-Club durchgeführt hat, dem Retzbacher Abgeordneten vorgestellt.

In der Seniorenbetreuung, einem der Schwerpunkte der Arbeit der Caritas im Landkreis Main-Spessart, stellte Hoffmann die Bedeutung der niederschwelligen Entlastungsleistungen heraus, welche die Bundesregierung in der jüngsten Pflegereform eingeführt hat. Hierbei geht es um die Optimierung der sozialen Ansprache von Pflegebedürftigen durch gesellschaftliche Begegnung wie zum Beispiel bei einem Gesellschaftsspiel. Der CSU-Politiker betonte, dass gerade im ländlichen Raum weitere Anreize dafür geschaffen werden müssen, um es älteren Menschen auch weiterhin zu ermöglichen, zu Hause leben zu können. Einkaufsgemeinschaften, Wohngruppen, Mehrgenerationenhäuser und Synergienetzwerke könnten seiner Meinung nach zum Beispiel von einer Art Sozialgenossenschaft ins Leben gerufen und ausgebaut werden. 
Bei der Unterbringung der Asylbewerber waren neben den hauptamtlichen Mitarbeitern auch viele Ehrenamtliche tätig. Besonders viel Aufwand war und ist bei der Betreuung der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Neustadt notwendig, erläuterte Kimmel dem Abgeordneten. Hier stellte sich Konsens darüber ein, dass mit Barmherzigkeit, der wörtlichen Bedeutung von Caritas, vorzugehen ist, aber auch, dass jeder Mensch und natürlich auch jedes Land eine Belastungsgrenze hat, die nicht überschritten werden sollte. Denn überlastete Helfer und überlastete Institutionen können schutzbedürftigen Menschen nicht mehr die Unterstützung zukommen lassen, die sie benötigen, so Hoffmann.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs stellte Gabriele Kimmel noch das Projekt „Jeder hat seine Stärken“ vor. Angeregt und initiiert wurde diese Schüler- und Jugendwerkstatt von Arno Schmidt vom Lions-Club Lohr-Marktheidenfeld und Otmar Kliegl vom Rotary-Club Lohr Marktheidenfeld. Vom Konzept überzeugt übernahm der Caritas-Kreisverband die Trägerschaft des Pilotprojekts. Ausschlaggebend war für die Initiatoren, dass teilweise mehr als zehn Prozent der Schulabgänger nicht die ausreichende Ausbildungsreife mitbringen. So nahmen sich fünf Unternehmer einer Gruppe von 20 Jugendlichen an und arbeiteten nach Feierabend mit ihnen bei Gesprächen und verschiedenen Veranstaltungen die jeweiligen Stärken heraus. „Wenn junge Menschen aufgrund schlechter Schulleistungen die Schule mit wenig Selbstvertrauen verlassen, fällt der Einstieg ins Ausbildungs- und Berufsleben ungemein schwer“, erläuterte Kimmel. Durch die persönliche Beschäftigung mit den Schulabgängern konnten die jungen Leute erkennen und herausarbeiten, was tatsächlich alles in ihnen steckt. „Dieses Projekt ist wirklich gut geeignet, jungen Menschen ihre Perspektiven aufzuzeigen, auch wenn die schulischen Leistungen nicht unbedingt so gepasst haben, wie man sich das gewünscht hätte“, zeigte sich Alexander Hoffmann von diesem Projekt begeistert. Im kommenden Jahr soll diese Schüler- und Jugendwerkstatt auf Landkreisebene gestartet werden.