27.09.2016

MdB Alexander Hoffmann: „Alle eventuellen ‚SuedLink‘-Trassenkorridore lassen den Sinngrund nun unberührt“

Anlässlich der heutigen Vorstellung möglicher Erdkabelkorridorverläufe für die Stromtrasse „SuedLink“ durch den Übertragungsnetzbetreiber „TenneT“ erklärt der Retzbacher CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann:

„‚TenneT‘ hat erklärt, dass die Trassen zu 100 % erdverkabelt werden. Nach deren Fertigstellung werden sie im Landschaftsbild praktisch nicht mehr zu sehen sein. Das ist ein großer Erfolg und eine gute Nachricht für alle Bürgerinnen und Bürger in den eventuell betroffenen Regionen. 
Der Sinngrund bleibt von den Trassenkorridorvorschlägen nun aber komplett unberührt. Die Ergebnisse bestätigen, dass die vielen Gespräche, die ich hier in Berlin mit allen wichtigen Entscheidungsträgern in den zurückliegenden Monaten im Zuge des geplanten Netzausbaus geführt habe, erfolgreich waren. Ich hatte mit Nachdruck die Argumente platziert, die gegen eine Trassenführung im sensiblen Sinn-, Saale- und Werngrund sprechen. Da die Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt so gering wie möglich gehalten werden müssen, war es für mich klar, dass der bestmögliche Streckenverlauf nicht durch den Sinn-, Saale- und Werngrund führt.  
Gemäß dem gesetzlich gebotenen Bündelungsgebot wird von ‚TenneT‘ eine möglichst lange gebündelte Trassenführung entlang bereits bestehender Autobahnen und durch dünn besiedeltes Gebiet mit möglichst wenigen Raumwiderständen (zum Beispiel Wälder und Mittelgebirge) angestrebt. So ist es nur konsequent, dass ein Trassenvorschlag entlang der A71 bis nach Grafenrheinfeld läuft.
Eine weitere Trassenvariante sieht einen Verlauf östlich von Gräfendorf vor, bevor sie bei Karsbach einmal nach Gössenheim, Steinfeld und Urspringen abzweigt oder über Arnstein nach Grafenrheinfeld führt. Aufgrund der Topographie ausgeschlossen ist aus meiner Sicht die Variante, die eine Trassenführung über Thüngen, Retzstadt und Zellingen nach Remlingen vorsieht.
Mit der Veröffentlichung der Trassenkorridorvorschläge heute ist aber noch nichts entschieden. Es gibt noch keine Festlegung auf einen Vorzugstrasse. Die Übertragungsnetzbetreiber haben für die Erdkabelprojekte lediglich mehrere denkbare Trassenkorridore (mit einer Breite von ca. 500 bis 1.000 Metern) ermittelt.
Erst in der Bundesfachplanung, die voraussichtlich im Frühjahr 2017 beginnt, wird dann der raumverträglichste Trassenkorridor ermittelt. Und der genaue Trassenverlauf wird erst in dem sich daran anschließenden Planfeststellungsverfahren ab 2018 verbindlich festgelegt.  
Zu den wichtigsten Kriterien für die Planung der Gleichstrom-Erdkabelverbindung gehören laut ‚TenneT‘ die Geradlinigkeit und Kürze der Strecke, das Bodenrelief (Gebirge, Wald) und die Bodenbeschaffenheit. Es gilt daher zwingend darauf zu achten, wegen der deutlich höheren Kosten aufgrund der Erdverkabelung eine möglichst direkte Verbindung zwischen Anfangs- und Endpunkten herzustellen. Hierfür werde ich mich auch zukünftig weiter einsetzen.  
Ich stehe in engem und regelmäßigen Kontakt sowohl mit Übertragungsnetzbetreiber ‚TenneT‘ als auch der Bundesnetzagentur. Hier werde ich mich auch weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass es am Ende zum bestmöglichen Trassenverlauf kommt, um Akzeptanz in der Bevölkerung für die dringend notwendigen Erdkabelleitungen für den Ökowindstrom aus dem Norden zu erreichen.  
Ich begrüße es, dass ‚TenneT‘ die Öffentlichkeit frühzeitig und ausführlich informiert. Von Mitte Oktober bis Mitte November werden zudem rund 30 Info-Veranstaltungen abgehalten. Dort – wie auch im Internet – können sich die Bürgerinnen und Bürger über die Planungsgrundlagen informieren und Hinweise zu den vorgeschlagenen Erdkabelkorridoren geben, um die Planung zu optimieren.  
Klar ist auch: Niemand anders als die Bundesnetzagentur wird letztendlich über den genauen Verlauf von ‚SuedLink‘ entscheiden, weil es eine gerichtsfeste statt einer politischen Lösung braucht.“