01.03.2017

Regelungen zum EU-Emissionshandel bieten Herausforderungen für die Zementbranche - Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann besucht Zementwerk in Lengfurt

Lengfurt/Berlin --- Es ist ein Werkstoff, den jeder kennt, doch kaum jemand beschäftigt sich mit seiner Herkunft. Ohne Zement wären heutige Bauprojekte schlicht nicht mehr vorstellbar. Doch bereits die alten Römer hatten auf ihr opus caementium geschworen und wären beim Ausbau ihres Reiches ohne Zement wohl jäh ausgebremst worden. Für viele ist jedoch sicherlich erstaunlich – Zement ist in der Regel ein regionales Produkt.

Auch im Bundestag wird über viele Infrastrukturprojekte entschieden, die ohne Zement nicht möglich wären. Dies nahm der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann zum Anlass, einer Einladung des deutschen DAX-Unternehmens HeidelbergCement in das Lengfurter Zementwerk zu folgen. Einerseits wollte sich Hoffmann ein Bild über die Produktion machen, auf der anderen Seite wurden allerdings auch konkrete Probleme eines Industriezweiges besprochen, der alleine am Standort Lengfurt für 140 Arbeitsplätze sorgt und dort bereits seit 1899 existiert. 
Hoffmann wurde durch Werkleiter Michael Becker und den Leiter der Nachhaltigkeitsabteilung des Mutterkonzerns, Peter Lukas, zunächst in die verschiedenen Schritte der Zementproduktion eingeführt. Diese gliedert sich grob in die drei Bereiche Rohmaterialgewinnung (Kalkstein), Zwischenproduktherstellung (Klinker) und die letztliche Zementproduktion. Der Kalkstein wird im werkeigenen Steinbruch abgebaut. Der Betreiber schätzt, dass die dortigen Vorkommen den Standort noch für mindestens 55 Jahre versorgen können. Die abgebauten Rohstoffmengen werden täglich zu ca. 3000 Tonnen Klinker verarbeitet, aus denen dann jährlich bis zu 1 Millionen Tonnen Zement hergestellt werden können. Durch die relativ geringen Erlöse für vergleichsweise viel Masse ist Zement jedoch ein regionales Produkt, da sich der Transport über eine Distanz von mehr als 150 km wirtschaftlich nicht mehr lohnt. 
Da für die Zementproduktion sehr viel Energie benötigt wird, ist sie auch mit einem relativ hohen CO2 Ausstoß verbunden. Allerdings kann ein Großteil des CO2-Ausstoßes gar nicht verhindert werden, da dieser durch chemische Prozesse während der Brennvorgänge verursacht wird, da das Kohlendioxid aus den Rohmaterialen herausgespaltet wird. Damit schwebt immer das Damoklesschwert der Emissionsreduzierungen durch die Europäische Union über der Zementindustrie. Hoffmann zeigte sich daher erfreut, dass am Standort Lengfurt in den vergangenen Jahren über 50 Millionen Euro investiert wurden, um den verminderbaren Anteil des CO2-Ausstoßes so weit wie möglich zu reduzieren. „Die Investitionen schlagen sich zum einen positiv auf die Emissionswerte nieder, zum anderen werde damit Standortsicherung betrieben“, zeigte sich Hoffmann zufrieden. Er sprach zudem an, dass auch in Zukunft Innovationen in den verschiedenen Produktionsschritten getätigt werden sollten, um die Emissionen noch weiter zu reduzieren. Auch werden die Grenzwerte, die durch die EU vorgegeben werden, immer weiter nach unten korrigiert, wodurch sich für die Branche auch immer ein gewisser Innovationsdruck ergebe. „Wie man diesem Innovationsdruck mit Forschung und Investitionen begegnen kann, zeigt sich am Zementwerk Lengfurt in nahezu beispielhafter Weise!“, konstatierte der Retzbacher Bundestagsabgeordnete zufrieden. 
An das Gespräch schloss sich eine Führung über das weitläufige Gelände und durch die verschiedenen Produktionsstätten des Zementwerks an. Hoffmann zeigte sich von den Ausmaßen der Anlage und dem schweren Gerät zur Rohstoffgewinnung beeindruckt. Auch die zentrale Steuerung des kompletten Werks von einem Kontrollraum aus und die modernen Emissionsminderungsanlagen zeugten von den zuletzt getätigten Investitionen in den Standort Lengfurt. Hoffmann hielt abschließend fest: „Für mich ist es wichtig, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in meiner Region zu kennen und mich regelmäßig mit ihnen über aktuelle Entwicklungen und Probleme auszutauschen. Wir leben in einer Region mit sehr geringer Arbeitslosigkeit. Damit das so bleibt, sind jedoch Politik und Arbeitgeber gefragt, weshalb auch der Dialog zwischen diesen beiden Seiten enorm wichtig ist!“.