28.04.2017

MdB Alexander Hoffmann: „DocMorris“ & Co. sind zu ihrer Protestbrief-Kampagne eine Erklärung schuldig!

Berlin – CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann zweifelt an der Echtheit zahlreicher „DocMorris“-Protestbriefe und hat deshalb die Datenschutzbeauftragte des Bundes eingeschalten. Unter den gleichlautenden Massenschreiben, die er anlässlich einer groß angelegten Kampagne ausländischer Unternehmen gegen ein geplantes Versandhandelsverbot mit rezeptpflichtigen Medikamenten erhalten hat, scheinen gefälschte Briefe zu sein. Einige Absender aus der Region, die angeblich einen vorformulierten Text an den CSU-Parlamentarier geschickt haben, wissen gar nichts von der Aktion und waren nun überrascht, als sie hierzu einen Antwortbrief ihres Wahlkreisabgeordneten in ihrem Briefkasten hatten.

„‚DocMorris‘, ‚europa apotheek‘ & Co. sind eine Erklärung schuldig“, so Alexander Hoffmann. Die ausländischen Versandhändler müssten „umgehend darlegen, wie mit den Daten der Kunden umgegangen wird“. 
„Ich habe in den zurückliegenden Wochen mehr als 1.000 dieser gleichlautenden, vorformulierten und bereits vorfrankierten Massenschreiben erhalten“, berichtet Hoffmann. Vielen seiner Kollegen in der CDU/CSU-Bundesfraktion gehe es ähnlich. Die Großkonzerne hatten ihre Kunden dazu aufgerufen, gegen das von der Union erwogene Versandhandelsverbot von rezeptpflichtigen Arzneien zu protestieren. „Es ist nicht nur so, dass ‚DocMorris‘ & Co. die Kunden damit für ihre Geschäftsinteressen missbraucht und knallharte Lobbyarbeit in eigener Sache betreibt. Anlass zur Sorge bereitet mir auch der Umgang mit sensiblen Kunden-Daten“, so Alexander Hoffmann. Dutzende, wenn nicht sogar hunderte Fälle in ganz Deutschland gebe es bereits, wo angebliche Protestbrief-Schreiber gar nicht an der Aktion teilgenommen haben.
„Da es sich eben nicht ‚nur‘ ein paar merkwürdige Einzelfälle handelt, habe ich die Bundesdatenschutzbeauftragte angeschrieben und sie gebeten, sich der Angelegenheit anzunehmen“, erklärt Hoffmann. Grundsätzlich hält er es für „bedenklich, dass den Bürgern im Zuge von Protest-Kampagnen immer öfter vorformulierte Meinungen in den Mund gelegt werden“.