11.12.2017

MdB Alexander Hoffmann: „Der Thüringer Trassenkorridor-Vorschlag für ‚SuedLink‘ ist so gut wie vom Tisch“

Berlin / Main-Spessart / Miltenberg – „Der Thüringer Trassenkorridor-Vorschlag für ‚SuedLink‘ ist so gut wie vom Tisch.“ So bewertet Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann (CSU) die Ergebnisse der Prüfung, die jetzt vorliegen.

Der Freistaat Thüringen hatte im Sommer anlässlich der Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur ein alternatives Erdkabelkorridornetz für „SuedLink“ eingereicht, welches außerhalb des strukturierten Untersuchungsraums verläuft – und deutlich weiter westlich als die Vorschläge der Vorhabenträger TenneT und TransnetBW. Der Trassenkorridor, den Thüringen vorschlägt, würde über den hessischen Main-Kinzig-Kreis nach Bayern führen und dort neben dem Landkreis Miltenberg insbesondere den Landkreis Main-Spessart betreffen. Alexander Hoffmann hatte deshalb bereits Anfang August den Vorschlag der rot-rot-grünen Landesregierung scharf kritisiert. 
Auch das bayerische Wirtschaftsministerium hielt von Beginn an wenig vom Thüringer Vorschlag. Da die Ermittlung der Trassenkorridore das Ergebnis eines umfangreichen Prozesses unter Berücksichtigung einer Vielzahl an fachlichen Kriterien gewesen sei, ging man auch in München nicht davon aus, dass sich die von Rot-Rot-Grün vorgelegte Variante als die bessere herausstellen werde.
Dennoch musste eine Grobuntersuchung gemacht werden, da die Bundesnetzagentur dazu verpflichtet ist, die von Thüringen favorisierten Trassenkorridore zu prüfen. So wurde TenneT und TransnetBW der Auftrag erteilt, die Eignung dieses alternativen Erdkabelkorridornetzes mit den eigenen Vorschlägen zu vergleichen.
Das vom Freistaat Thüringen vorgeschlagene alternative Erdkabelkorridornetz befindet sich in Räumen, welche die Vorhabenträger nicht berücksichtigt haben, „weil sich die entsprechenden Räume als vergleichsweise nicht geeignet für eine Erdkabel-Verbindung herausgestellt haben“. Das nun vorliegende Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass die von TenneT und TransnetBW vorgeschlagenen Erdkabelkorridorvorschläge im Vergleich zu Thüringer Alternativvorschlägen „eine bessere Eignung für eine Erdkabel-Verbindung aufweisen“, teilte die TenneT-Geschäftsführung heute MdB Hoffmann mit. Dieser „klare Vorteil“ der Vorhabenträger-Vorschläge sei mit geringeren Auswirkungen auf Mensch und Natur verbunden.
Alexander Hoffmann ist daher zuversichtlich, dass der Vorschlag Thüringens keine Berücksichtigung finden wird. „TenneT und TransnetBW haben aus guten Gründen andere Vorschläge für einen Trassenkorridor gemacht.“ Der direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete für Main-Spessart und Miltenberg hofft, dass die Bundesnetzagentur die Ergebnisse des Gutachtens zum Anlass nehmen wird, die Thüringer Vorschläge von der weiteren Betrachtung auszuschließen. „Das wäre nur folgerichtig“, so Hoffmann. „Schließlich hat Thüringen nach dem Sankt-Florians-Prinzip Trassenkorridore empfohlen, die ‚zufälligerweise‘ komplett das eigene Bundesland umgehen und die im krassen Gegensatz stehen zu den von den Netzbetreibern eingebrachten, gründlich geprüften Vorschlägen.“