31.10.2016

CSU nominiert Alexander Hoffmann mit 99,3 Prozent

Faulbach-Breitenbrunn – Die CSU-Kreisverbände Main-Spessart und Miltenberg stehen geschlossen hinter Alexander Hoffmann: Der 41-jährige direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete aus Retzbach/Zellingen wurde bei der Delegiertenversammlung am Freitagabend in der Spessarthalle mit 151 von gültigen 152 Stimmen (das entspricht 99,3 Prozent) erneut zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl im nächsten Jahr nominiert.

Alexander Hoffmann dankte den rund 160 Anwesenden für das entgegengebrachte Vertrauen und „dieses fulminante Ergebnis“, das die Delegierten mit minutenlangen stehenden Ovationen feierten. Der Parlamentarier versprach: „Ich werde mich im Bundestag auch weiterhin mit großem Nachdruck für die Belange unserer Region einsetzen.“ 
Hoffmann dankte den vielen aktiven Mitgliedern in den Ortsverbänden: „Ihre gute Arbeit ist die Grundlage dafür, dass ich so viele Menschen erreichen kann. Es macht riesig Spaß, sich bei dieser CSU-Familie zu engagieren.“ Herzlicher Dank ging nicht zuletzt auch an seine Frau Neslihan, seinen Sohn und seine Pflege-Tochter. „Um eine solche Aufgabe erfolgreich meistern zu können, benötigt man eine tolle Familie, die hinter einem steht und die Verständnis dafür hat, wenn ich viele Sitzungswochen in Berlin bin und an vielen Abenden bei Veranstaltungen im Wahlkreis.“ 
Auch hob er die sehr gute Zusammenarbeit mit den beiden Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab und Berthold Rüth hervor. Schwab hatte als Bundeswahlkreis-Vorsitzender die Delegierten begrüßt und an den gelungenen Generationswechsel im Jahr 2013 auf Landes- wie Bundesebene erinnert. Rüth lobte Hoffmanns „hervorragendes Engagement vor Ort“ und seine „großartige Präsenz im Wahlkreis“.  
Alexander Hoffmann war in seiner Bewerbungsrede auf die Schwerpunkte seiner Arbeit in den ersten drei Jahren als Abgeordneter eingegangen. In Berlin habe er sich gut eingearbeitet und bereits wichtige Akzente gesetzt, etwa bei der Verschärfung des Sexualstrafrechts, dem Kampf gegen Kinderpornographie und bei der Terrorismusbekämpfung. Hier verwies er auf „gravierende ideologische Unterschiede“ zwischen der Union und Rot-Rot-Grün. Die CSU sei bereit, für die Sicherheit der Bürger bis an die Grenzen des verfassungsrechtlich Möglichen zu gehen. „Grüne, Linke und Teile der SPD wollen von dieser Grenze möglichst weit weg bleiben und denken, die Sicherheit mit Runden Tischen und Stuhlkreisen sicherstellen zu können“, so Hoffmann. Er freute sich über den neuen Straftatbestand für sexuelle Übergriffe aus der Gruppe heraus wie in der Silvesternacht in Köln. Er sei der erste Bundestagsabgeordnete gewesen, der im Rechtsausschuss einen solchen Straftatbestand vorgeschlagen habe. 
Auch habe er sich nie davor gedrückt, zu kontrovers diskutierten Themen klar Stellung zu beziehen. Hoffmann verwies hier auf seine stets sehr gut besuchten Veranstaltungsreihen etwa zum „IS“-Terror („Können wir uns Nichtstun leisten?“), zur Flüchtlingskrise („Schaffen wir das, oder schafft uns das?“), zur Einbruchskriminalität oder zu TTIP („Kein Chlor-Hühnchen, aber Zank-Apfel“).
„Ich hätte viele ruhige Abende mehr haben können, wenn ich es mir leicht gemacht und mich nur kritisch zu den geplanten Freihandelsabkommen geäußert hätte“, so Hoffmann. „Mein Anliegen ist es aber, die Bürger stets objektiv zu informieren.“ Er sehe es als seine Aufgabe an, der Angstmacherei mit verzerrten Informationen entgegen zu treten, die manche etwa bei TTIP und CETA gezielt betreiben. „Anstatt sachlich zu diskutieren wiederholen die Freihandels-Gegner nur ständig die längst widerlegten Vorurteile, nur um etwas aus ideologischen Gründen zu verhindern“, kritisierte der Abgeordnete. CETA und TTIP pauschal abzulehnen, reiche nicht. „Der Welthandel braucht Regeln – aber die fallen nicht einfach vom Himmel, die muss man aushandeln“, so Hoffmann. Ansonsten müsse man sich später irgendwann an schlechtere Standards anpassen, auf die sich andere Länder – ohne Europa und Deutschland – inzwischen verständigt hätten.
Zum Thema Integration verweis Hoffmann darauf, dass „selbstverständlich unsere Regeln gelten müssen – das heißt keine Kinder-Ehen und keine Mehrfach-Ehen!“ „Und wenn Grünen-Politiker die Menschen hier im Land auffordern, Arabisch zu lernen, zeugt das davon, dass dort die Idee der Integration nicht verstanden worden ist“, so Hoffmann. Integration bedeute eben gerade nicht die Aufgabe der eigenen Kultur, der eigenen Sprache und der eigenen Regeln.
„Integration ist Verpflichtung für alle, die hier bei uns leben wollen“, betonte Hoffmann. Hinter den im Integrationsgesetz beschlossenen Maßnahmen stehe ein Prinzip, das in unzähligen Berei¬chen unseres Alltages selbstverständlich ist, nämlich „Fördern und Fordern“. Man könne als Politiker nicht nur stets Integrationsprojekte besuchen und sich alles schönreden, sondern müsse die gewaltigen Herausforderungen auch kritisch beleuchten.
Entscheidend sei zudem die Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunftsländern. Hierzu müsse man den Menschen vor Ort Sicherheit sowie eine wirtschaftliche Perspektive bieten. „Deshalb darf es kein Tabu sein, über die Herstellung von entmilitarisierten Sicherheitszonen nachzudenken, in denen Menschen, gegebenenfalls geschützt durch internationale Militärpräsenz, eine gesicherte Existenz aufbauen können“, so Hoffmann. „Uns allen ist doch klar, dass wir den sogenannten Islamischen Staat nicht nur mit einem nassen Lappen vom Globus wischen können. Am Ende stehe für ihn die traurige Erkenntnis, „dass wir die Probleme der verfolgten Menschen nicht in Europa lösen können“. Man habe eben auch eine Verantwortung für diejenigen, die gar nicht in der Lage seien, die Krisengebiete zu verlassen.
Danach gefragt, ob er die Kanzlerin wieder wählen will, antwortete Alexander Hoffmann, dass kein Thema die Gesellschaft gerade so beschäftige und spalte wie die Flüchtlingskrise. Deshalb sei es aber wichtig, sich zunächst um Sachfragen zu kümmern und noch nicht um Personalfragen. Die Menschen hätten Antworten verdient. Er betonte aber, dass CDU und CSU auch beim diesen Thema „viel mehr eint als uns trennt“. Auf allen Ebenen werde deshalb daran gearbeitet, auch bei strittigen Themen wie der Obergrenze, die er für richtig halte, zueinander zu finden. Die CDU habe sich in vielen Punkten auf die CSU zubewegt. Daher sei er sich sicher, dass man die kommenden Monate zu einer thematischen Annäherung nutzen könne, ohne dass die CSU ihre Kernforderungen aufgeben müsse.