08.06.2017

Auf Einladung von MdB Alexander Hoffmann: Luca Füger nahm am Planspiel „Jugend und Parlament“ des Deutschen Bundestages teil

Berlin (06.06.2017) – Auf Einladung des CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann (Retzbach-Zellingen) nahm Luca Füger, Schüler am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt, zwischen Samstag und Dienstag am bundesweiten Planspiel „Jugend und Parlament“ des Deutschen Bundestages teil. Dabei übernehmen einmal im Jahr 313 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland die Rollen fiktiver Abgeordneter. Mit neuem Namen, neuer Biographie und neuer politischer Gesinnung ausgestattet bringen sie vier fiktive Gesetzentwürfe durch das Gesetzgebungsverfahren. Ziel der Planspielmethode ist es, komplexe Planungs-, Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse in mehrstufigen Verfahren nachvollziehbar zu machen.

Die Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren lernten dabei die Arbeit der Abgeordneten kennen – in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen. Am Dienstag traten 48 Redner aus allen Fraktionen dann bei der abschließenden Debatte im echten Plenarsaal des Bundestages ans Rednerpult und versuchten, ausreichende Mehrheiten für ihre Anliegen zu organisieren. 
Das Planspiel begann im schillernden Paul-Löbe-Haus mit der gemeinschaftlichen Begrüßung und Einteilung der Rollen. „Thomas Neumann, 35 Jahre, ledig, keine Kinder, Rechtsanwalt aus Stade in Niedersachsen, Mitglied der Partei Partei für Gerechtigkeit und Solidarität (PGS)“ – mit diesem Rollenprofil musste Luca Füger fortan argumentieren. „Ich wäre natürlich lieber der CDU/CSU-ähnelnden Bürgerlichen Bewahrungspartei (BBP) zugeordnet worden“, bekennt Füger. „Es hätte aber mit der Partei für Engagement und Verantwortung (PEV) noch deutlich schlimmer kommen können. Diese war an Linke und Grüne angelehnt – ein Albtraum!“  
„Anspruchsvoll und gleichzeitig horizonterweiternd“ – so beschreibt der 17-Jährige die Arbeit am Gesetzesentwurf „Direkte Demokratie: Volksabstimmungen auf Bundesebene“. Als Mitglied der an der SPD angelehnten PGS musste der Schüler die vorgegebene Meinung der Fraktion pro Volksentscheide vertreten. „Eigentlich lehne ich diese Art von direkter Demokratie aus verschiedenen Gründen grundsätzlich ab“, sagt Füger. Nach parteiinternen Absprachen in Arbeitsgruppen und Fraktionssitzungen verhandelte er gemeinsam mit seinen Parteikollegen und der Koalitionspartei PEV mit der Oppositionspartei BBP im Rechtsausschuss um die Details des Gesetzesentwurfes. „Wir kamen mit der konservativen BBP leider auf keinen gemeinsamen Nenner, da diese Volksentscheide kategorisch ablehnte und zu keinem Konsens bereit war.“ Eine Einigung wäre aber für eine Grundgesetzänderung, bei der zwei Drittel der Bundestagsabgeordneten dem Gesetzesentwurf zustimmen müssen, nötig gewesen. Am Ende fanden nur zwei von vier Vorhaben überparteilich genug Zustimmung: Ein Einsatz der Bundeswehr im fiktiven Krisenstaat Sahelien und die Stärkung des Tierschutzes in der Landwirtschaft.  
Den Abschluss der Simulation bildeten eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der „echten“ Bundestagsfraktionen über deren parlamentarische Arbeit und ein Schlusswort des scheidenden Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU).  
Die hohen Erwartungen des Schülers wurden insgesamt bestätigt: „Das Planspiel ermöglicht einen realitätsnahen Eindruck von der parlamentarischen Arbeit im Bundestag“, lobt Luca Füger. „Es wird deutlich, dass der gegebene Meinungspluralismus oftmals langwierige, aber lebhafte Diskurse mit sich zieht, von welchen man als Außenstehender oftmals kaum etwas mitbekommt.“
Am Ende verfestigt sich beim Gymnasiasten ein bleibender Eindruck: „Was Bundestagsabgeordnete im Spannungsfeld verschiedenster Standpunkte und unter hohem zeitlichen Druck für den in der Demokratie unabdingbaren Parlamentarismus leisten müssen verdient mehr Anerkennung.“ Luca Füger schöpft aus dem Planspiel neue Motivation, sein Engagement bei der Jungen Union und CSU zu vertiefen und bedankte sich bei MdB Alexander Hoffmann für die Möglichkeit, an dem Planspiel teilzunehmen.