14.11.2016

MdB Alexander Hoffmann anlässlich der „Aktion Rollentausch“ im Seniorenheim Weilbach

Weilbach: Welcher Außenstehende weiß wirklich, wie es ist, in einem Alten- und Pflegeheim zu arbeiten? Wie sensibel die Pflege älterer Menschen ist? Wie verantwortungsvoll soziale Betreuung ist? Wie groß Hygiene, Verpflegung und Wohnqualität stets geschrieben wird? Wie anspruchsvoll eine abwechslungsreiche Alltagsgestaltung ist? Wie man mit demenzkranken Bewohnern richtig umgeht?

CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann wollte all das wissen und hat deswegen bereits vor dem offiziellen Auftakt der „Aktion Rollentausch“ das Seniorenheim Weilbach, eine Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt Unterfranken e.V., besucht – um zu hospitieren, um mitzuhelfen, um mit den Heimbewohnern wie auch den Mitarbeitern vor Ort ins Gespräch zu kommen. 
Bereits zum neunten Mal findet die bayernweite Aktion Rollentausch statt, im Rahmen des Forums Soziales Bayern ins Leben gerufen, das im Februar 2005 vom Bayerischen Sozialministerium gegründet wurde. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien erhalten dabei die Gelegenheit, für einen Tag in einer sozialen Einrichtung im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten mitzuarbeiten.  
„Mir war es wichtig, nicht nur durch Briefe oder Gespräche, sondern im persönlichen Erleben die soziale Arbeit und Pflege in der Praxis kennenzulernen“, betont Alexander Hoffmann. So begleitete er Pflegedienstleiterin Silke Doherty und ihr Team. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Herzblut und wie gewissenhaft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit machen“, lobte Hoffmann. Auch half er bei der Essensausgabe an die Bewohner, mit denen er spontan ins Gespräch kam. Und auch für den Putzdienst, das Desinfizieren der Waschschüsseln und für das Füttern einiger Bewohner, war sich der Abgeordnete nicht zu schade.  
Die Zahl der Pflegebedürftigen und Demenzkranken wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich steigen. „Deshalb haben wir in dieser Wahlperiode gleich zwei Pflegestärkungsgesetze beschlossen“, erläutert der CSU-Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit Monika Ritter, der stellvertretenden Leiterin der Einrichtung. Ziel der Gesetzespakte war unter anderem, mit einer Milliarde Euro zusätzlich die Arbeitssituation in Pflegeeinrichtungen zu verbessern. In stationären Einrichtungen wurden die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass bis zu 20.000 zusätzliche Betreuungskräfte eingestellt werden können. „Das schafft mehr Zeit für die Pflege und wird den Alltag in den Pflegeheimen spürbar verbessern“, so Hoffmann. „Wir erhöhen die gesamten Ausgaben für Pflege um ein Viertel. Eine solche Steigerung der Leistungen hat es in der Sozialgeschichte noch nicht gegeben!“
In Anbetracht des Mangels an Pflegekräften zeigte sich der Abgeordnete aber auch sicher, dass das noch nicht das Ende der bundespolitischen Bemühungen sein wird. „Vor allem die Rahmenbedingungen des Pflegeberufs bedürfen weiterer Verbesserungen“, bekräftigte Alexander Hoffmann.
Er warb dafür, neben der gesellschaftlichen Bedeutung auch die hohe Sicherheit eines Pflegeberufes zu erwähnen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind in Deutschland derzeit mehr als 19.000 sozialversicherungspflichtige, krisensichere Stellen unbesetzt. Es gelte daher, Vorurteile und Ängste innerhalb der Bevölkerung abzubauen und für die hohe Qualität sozialer Arbeit und Pflege zu werben. Hierfür sei die „Aktion Rollentausch“ eine gute Gelegenheit. „Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung und die authentischen Erlebnisse, die mir im Gedächtnis bleiben werden“, so Hoffmann.