28.11.2014

„Keine ICE-Trasse durch den Nordspessart“: MdB Alexander Hoffmann und MdB Dr. Peter Tauber übergeben 10.678 Unterschriften der hessisch-bayerischen Initiative „Pro Spessart“ in Berlin an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

Berlin – „Keine ICE-Trasse durch den Nordspessart“: Unter diesem Motto hat die „Initiative Pro Spessart“ bisher exakt 10.678 Unterschriften gegen den eventuellen Bau der sogenannten „Mottgersspange“ gesammelt. Vor wenigen Tagen haben die Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann (CSU) und Dr. Peter Tauber (CDU) den großen Stapel auf Papier gebrachte Unterschriften an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) überreicht und damit der Forderung der Bürgerinnen und Bürger in der Region Stärke verliehen, „auf den Bau einer überflüssigen Querverbindung durch den Nordspessart zu verzichten“. Dieser Umweg sei sowohl ökonomisch als auch ökologisch untragbar.

CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber ist der direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Main-Kinzig–Wetterau II–Schotten. Alexander Hoffmann setzt sich seit seiner Direktwahl in den Bundestag für die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis Main-Spessart–Miltenberg ein. Beide Unionsabgeordnete lehnen die sogenannte „Mottgersspange“ – wie auch die bayerische Staatsregierung – entschieden ab. „Die Nordspessarttrasse würde eine unwiederbringliche Landschaftszerstörung bedeuten und hätte auch zur Folge, dass Aschaffenburg seinen ICE-Halt verliert“, warnt MdB Alexander Hoffmann.
Bereits im Mai hatte er bei einem Gespräch der CSU-Landesgruppe im Bahn-Tower am Potsdamer Platz gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, die ablehnende Haltung der Bevölkerung zur „Mottgersspange“ deutlich gemacht und betont, dass er sich – wie bereits sein Vorgänger Wolfgang Zöller – klar gegen das Großprojekt ausspricht.
Zurzeit laufen Planungen zur Entlastung der Bahnstrecke Frankfurt-Hanau-Würzburg-Fulda. Die „Initiative Pro Spessart“ plädiert anstatt der Neubaustrecke durch den Nordspessart („Mottgersspange“) für den Ausbau der bereits bestehenden und deutlich kürzeren Strecken durch das Kinzigtal und für die Ertüchtigung der Strecke Hanau-Aschaffenburg-Würzburg. Neuralgische Punkte dieser Strecke, wie die Umfahrung des Schwarzkopftunnels, befinden sich derzeit schon im Ausbau.
Im Januar nächsten Jahres wird in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) die Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren abgehalten. Dort soll der Inhalt einer Raum- und Umweltverträglichkeitsstudie zu möglichen Bahn-Trassen länderübergreifend abgestimmt werden.
„Die jetzt von der Bahn wieder ins Gespräch gebrachten Trassenvarianten durch den Spessart bedrohen diese einzigartige Naturlandschaft und würden zu einer großen ökologischen Katastrophe führen“, so der „Initiative Pro Spessart“-Vorsitzender Rainer Schreiber und die stellvertretende Schriftführerin Barbara Madre.
Die „Initiative Pro Spessart“ wurde vor 15 Jahren von engagierten Bürgerinnen und Bürgern in Zusammenarbeit mit Kommunen und Verbänden gegründet und hat sich „der Bewahrung einer ökologisch intakten und von der EU geschützten Naturlandschaft im nördlichen Bayern und östlichen Hessen“ zum Ziel gemacht.
Der bayerisch-hessische Naturpark Spessart ist eines der größten, noch weitgehend intakten Waldgebiete Deutschlands. Der 245.000 Hektar große Naturpark umfasst Teile der Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart und dem Main-Kinzig-Kreis.